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Apostelgeschichte 3,32-35: "All die vielen Menschen, die zum Glauben an Jesus gefunden hatten, waren ein Herz und eine Seele. Niemand von ihnen betrachtete etwas von seinem Besitz als persönliches Eigentum; alles, was sie besaßen, gehörte ihnen gemeinsam. Mit großer Kraft und bestätigt durch Wundertaten bezeugten die Apostel Jesus als den auferstandenen Herrn, und für alle sichtbar lag großer Segen auf der ganzen Gemeinde. Es gab unter ihnen niemand, der Not leiden musste. Denn die in der Gemeinde, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften sie, wenn es an etwas fehlte, brachten den Erlös herbei und legten ihn vor den Füßen der Apostel nieder. Das wurde dann unter die Bedürftigen verteilt." So lief das in der Urgemeinde. 1. V. 32: Sie waren ein Herz und eine Seele. Die Liebe untereinander hat die ganze Gemeinde so sehr zusammengefügt, daß diese Liebe geradezu das Erkennungsmerkmal geworden war. Das hatte Jesus ja auch mal so versprochen: An der Liebe untereinander wird die Welt erkennen, daß ihr meine Jünger seid. (Joh 13,35) So sehr haben die ihr Leben miteinander geteilt. Tja, und eben sogar auch den Besitz. Obwohl beim Geld und Besitz die Liebe doch ganz schnell zu Ende ist. Wer würde schon freiwillig seinen Besitz nicht mehr als sein privates Eigentum ansehen? Da ist diese Gemeinde echt eine große Ausnahme. Um das mal etwas anschaulicher zu machen, habe ich hier kurzerhand einen Beutel mit Geldstücken mitgebracht, dessen Inhalt uns jetzt allen gemeinsam gehören soll. Und dazu lassen wir den Beutel jetzt mal herumgehen und jeder nimmt sich ein Geldstück raus. In der Urgemeinde hat sich niemand an seinem Besitz festgeklammert, sondern großzügig haben sie alles als ihnen gemeinsam gehörend angesehen. Aber das ist ja wirklich ungewöhnlich. Denn sie haben dort nicht etwa eine menschliche "Kommune" gegründet, wo strenge Regeln herrschen und wo man sich quasi als Gesetz auferlegt hat, daß jedes Privateigentum aufgegeben werden muß. Es handelt sich hier eben nicht um einen "urchristlichen Kommunismus", wo jeder gezwungen wird, daß er keinen privaten Besitz haben darf. Nein, hier geht es vielmehr darum, daß die Christen freiwillig sich nicht mehr auf ihr Besitzrecht versteifen. In dieser Gemeinde ist eine neue innere Haltung gewachsen und eben keine Ideologie oder Gesetz oder Kommunismus aufgedrückt worden. Deswegen steht der Grund dafür gleich anschließend in V. 33: Die Apostel bezeugen die Auferstehung des Herrn Jesus und das Evangelium. Die Liebe untereinander kommt eben nicht aus heißer Luft. Sondern sie kommt direkt aus dem Evangelium, aus der frohen Botschaft von Jesus. Weil Gott uns mit Jesus das größte Geschenk von allen gemacht hat, können wir auch untereinander großzügig mit unserem Besitz umgehen. Jesus selber verändert unser Herz, so daß wir eine neue Gesinnung ins Herz bekommen und in so eine liebevolle Gemeinschaft tatsächlich hineinwachsen können. 2. Diese Geschichte wird ja in Kapitel 4 erzählt, wo die Gemeinde schon eine Weile existiert. Offensichtlich ist die Wohltätigkeit untereinander inzwischen schon so regelmäßig geworden, daß es sogar eine richtige Organisation gibt, wie das gegenseitige Weiterhelfen und Beschenken funktioniert. V. 35: Man stellte das Geld der Gemeinschaft zur Verfügung, indem man es vor die Apostel hinlegte. In dieser Gemeinde ist der Begriff der Fürsorge untereinander also nicht nur ein bißchen Blabla, sondern es ist mit Händen greifbar, wenn hier jemand den Bedürftigen aushilft. Und es wird hochoffiziell und beinahe öffentlich organisiert: Die Apostel, also die Gemeindeleiter, denen alle vertrauen, die kümmern sich höchstpersönlich darum, daß mit den anvertrauten Gaben treuevoll umgegangen wird. Und daß damit für die Bedürftigen gesorgt wird. In der Urgemeinde wird also eine Fürsorge für die Bedürftigen organisiert. Was heißt das für unsere Gemeinde? Uns in der Vineyard Altona ist der Dienst an den Bedürftigen ebenfalls grundlegend wichtig. Tatsächlich haben wir sogar schon etwas dafür organisiert, und zwar unser Storehouse-Arbeitszweig. Storehouse als englisches Wort für Speisekammer. Ich bitte mal das Storehouse-Team nach vorne, so daß sie diese Arbeit vorstellen können. (Vorstellung des Storehouse) Das ist also unser Storehouse-Team. Jeder von uns kann sich an dieser Fürsorge beteiligen, wenn wir einfach nur ein einziges Lebensmittel in der Woche mitbringen. So einfach ist das hier. 3. Jetzt möchte ich noch ein bißchen darauf eingehen, was die Bibel noch so alles zum Thema "Geben" sagt. Ist ein Lebensmittel pro Woche aus Sicht der Bibel zu viel? Zu wenig? Gibt es da Vorschläge? Dazu lese ich 2. Kor 9, 6-15. Als Einleitung sage ich vorher: Paulus schreibt hier an die Gemeinde in Korinth und bittet sie um eine Spende für die notleidende Gemeinde in Jerusalem. 2. Kor 9, 6-15: "6 Ich bin davon überzeugt: Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten. 7 So soll jeder für sich selbst entscheiden, wieviel er geben will, und zwar freiwillig und nicht, weil die anderen es tun. Denn Gott liebt den, der fröhlich und bereitwillig gibt. 8 Er wird euch dafür alles schenken, was ihr braucht, ja mehr als das. So werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch noch den anderen Gutes tun können. 9 Schon in den Psalmen heißt es ja von dem Mann, den Gott reich beschenkt hat: «Er hat viel gesät und von seiner reichen Ernte den Armen abgegeben. Auf seine barmherzige Liebe kann man immer zählen.» 10 Gott aber, der dem Sämann Saat und Brot schenkt, wird auch euch Saatgut geben. Er wird es wachsen lassen und dafür sorgen, daß eure Opferbereitschaft Früchte trägt. 11 Ihr werdet alles so reichlich haben, daß ihr unbesorgt weitergeben könnt. Außerdem würden wir auf diese Weise dazu beitragen, daß viele Gott danken. 12 Eure Gabe hätte demnach zwei gute Auswirkungen: Sie wäre nicht nur eine Hilfe für die notleidenden Christen in Jerusalem, sie würde auch bewirken, daß viele Menschen Gott danken. 13 Denn für diese dringend benötigte Unterstützung werden die Beschenkten Gott loben, weil ihr euch so treu zum Evangelium von Jesus Christus bekennt und so bereitwillig und freudig mit den Christen in Jerusalem und mit allen anderen teilt. 14 Sie werden für euch beten und wären gern mit euch zusammen, weil sich an euch die Gnade Gottes auf so wunderbare Weise gezeigt hat. 15 Wir aber danken Gott für seine unaussprechlich große Gabe." Was ist also das Resultat der ganzen Spendenaktion? V. 12: Dem Mangel der Heiligen wird abgeholfen. Aber das ist noch nicht einmal das Wichtigste. Das Wichtigste ist: Gott wird gedankt! Gott bekommt die Ehre. Alle sehen, daß Jesus hier handelt und danken ihm dafür. Das ist das wichtigste. V. 15: Gott sei der Dank für seine reichen Gaben! Und das geschieht eben auch in der Apostelgeschichte. Denen, die Not leiden, wird geholfen, und die Apostel und alle bezeugen die Auferstehung des Herrn Jesu und das Evangelium. Jesus ist hier am wichtigsten. Deswegen möchte ich hier nochmal jemanden nach vorne rufen, der von unserer Storehouse-Aktion etwas empfangen hat. Nicht um irgendetwas besonderes darzustellen, sondern damit wir einmal hören, was es bedeutet, hier etwas zu empfangen. (Ein Empfänger erzählt.) 4. Aber die Frage eben war ja, ob da etwas darüber steht, wie wir geben sollen. Und da gehe ich zum Anfang meines Korinther-Textes, wo einen Vergleich steht, der für uns ja nicht so ganz einsichtig ist. V. 6: Wer sparsam sät, wird sparsam ernten. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. Das ist also ein Vergleich aus der Landwirtschaft. Wer von uns hier arbeitet denn auf dem Feld? Wenige. Deswegen erkläre ich das hier einfach mal. Denn ein Bauer hat ja sein Feld und zur Zeit der Aussat hat er sein Saatgut. Und das Saatgut ist dabei keineswegs geschenkt - Christoph hat mir gesagt, daß ein Landwirt für Saatgut für 1ha also ungefähr 50 Euro bezahlt. Ein Bauernhof hier in der Gegend hat so 100ha (im Osten eher so 1000ha), so daß man also 5000 Euro für Saatgut ausgibt. So könnte der Bauer ja denken, daß er einfach nur die Hälfte vom Saatgut nimmt. Da hat er die andere Hälfte gespart. Das war eine ganz einfache Einsparmöglichkeit -- oder hat er da was falsch verstanden? Das ist natürlich Quatsch! Natürlich muß er die volle Menge Saatgut nehmen, denn sonst hat er auch nicht die volle Ernte. Obwohl das richtig wehtut. Denn wenn man das Saatgut so aussät, dann ist es wirklich weg. Also vorher hat man es in der Hand, dann streut man das auf das Feld, und danach hat man es nicht mehr in der Hand und man hat auch keine Möglichkeit, es wieder zusammenzubekommen. Es ist weg. Genauso denkt sich das auch Gott, wenn wir von dem, was wir haben, weggeben. Wenn wir von unserem Besitz, unserer Zeit, unserem Geld etwas weggeben. Das ist weg. Wir haben das dann nicht mehr in der Hand. Wenn ich meine zwei Stunden Beinehochlegen und Fernsehgucken am Abend weggebe und stattdessen in dieser Zeit jemanden zu mir zum Essen einlade und so wie Jesus an seinem Leben interessiert bin, dann sind meine zwei Stunden Beinehochlegen weg. Da brauchen wir uns gar keine falschen Illusionen zu machen. Das ist für uns weg. Diese Tatsache ist von Gott so gewollt. Aber: Wenn wir etwas von uns weggegeben haben, wird es Frucht bringen und Ernte bewirken. Ganz offensichtlich wird es das tun bei dem, der das empfängt. Wenn ich meine Zeit an jemanden anderes verschenke, dann wird das im Leben des anderen Frucht bringen. Ganz klar. Wenn ich mein Geld an eine Organisation oder Gemeinde oder andere Person gebe, dann kann sie damit Frucht bewirken. Und da sehen wir auch ganz deutlich, daß die Menge der Frucht und die Größe der Ernte direkt damit zusammenhängt, wie großzügig wir von dem was wir haben weitergeben. Und nun verrate ich euch das wirkliche Geheimnis Gottes über das Geben: Das Geheimnis ist: Wer sät, wird auch selber ernten! Wie in der Apostelgeschichte. In der Urgemeinde haben viele von ihrem Besitz weggegeben, aber sie mußten selber keine Not leiden. Denn andere haben dann ihnen geholfen. Und alle zusammen sind ein Herz und eine Seele. Na, wenn das mal keine große Ernte ist. Wer sät, wird auch selber ernten. Das ist ein kompletter Widerspruch zu unserer Kultur hier, zu unserem Zeitgeist, zu dieser Welt. In unserer Kultur ist es wichtig, daß ich meinen Besitz bloß so eifrig wie möglich bei mir behalte. Daß ich alles, was mir gehört, möglichst dauerhaft bei mir zurückbehalte. Und daß ich meinen persönlichen Besitz so effektiv wie möglich für mich vergrößere. Vielleicht habt ihr in der Stadt auch die Werbeplakate von Ebay gesehen, also den Internet-Auktionen, wo das Plakat darstellt, wie man wohl so vor einer Auktion sitzt und die Zeit läuft ab, das ist ganz aufregend, und der Artikel ist drei - zwei - eins - meins. Yeah. Ich freue mich, daß ich möglichst billig meinen Besitz vergrößert hab. Bei Gott ist das ganz anders. Bei Gott haben wir von ihm empfangen, um davon weiterzugeben. Um davon auszusäen, und das ist das aufregende. Bei Gott geht es darum, daß wir von ihm empfangen haben und ich habe hier etwas und nun ist es mit aller Kraft drei - zwei - eins - Deins. Jesus gibt uns ein neues Herz, eine neue Gesinnung, so daß wir alles von Gott einfach empfangen können, ihm dafür danken, das genießen, und davon weiterverschenken. So daß wie in der Apostelgeschichte dann eine Gemeinschaft zusammenwächst, die ein Herz und eine Seele ist. 5. Und das bezieht sich nun wirklich nicht nur auf Geld. Obwohl das natürlich am anschaulichsten ist, weil wir das ganz einfach in die Hand nehmen können. Aber es geht ja um eine neue Gesinnung von Jesus in unserem Herzen. Wenn wir also zum Beispiel eine Wohnung haben, und ich denke mal hier hat jeder ein Dach über dem Kopf, dann können wir das einsetzen, um jemanden einfach zu uns in die Wohnung einzuladen. Wir können jemanden zum Essen einladen oder einfach so zum Abhängen. In so einer Gemeinschaft ist es ganz natürlich, daß wir ganz viel Gastfreundschaft untereinander leben. Wenn in der Bibel etwas über Gastfreundschaft steht, dann gehört das genau mitten in das neue Leben und den neuen Lebensstil, den Jesus in uns bewirkt. Ich lese 1. Petr 4,9: Seid gastfreundlich untereinander, ohne zu murren. Als eines der Zeichen des neuen Lebens, das Jesus in uns bewirken möchte. Und in der gleichen Reihe steht eben im Vers vorher: Liebt euch gegenseitig. Und im Vers nachher: Dient einander. Das sind alles Sachen, die in einer Gemeinschaft möglich werden, weil Jesus die Liebe untereinander schenkt. In der Apostelgeschichte haben sie das so umfassend ausgelebt, daß man sich erzählte, sie sind ein Herz und eine Seele. Das geht nur durch Jesus, und dazu sind wir berufen. Das wollen wir auch hier in der Vineyard Altona leben. 6. Vor dem Schluß nochmal eine Wiederholung meiner Punkte: 1. Die erste Gemeinde war ein Herz und eine Seele. Keiner betrachtete seinen Besitz als sein privates Eigentum -- weil das Evangelium gepredigt wird und Jesus eine neue Gesinnung schenkt. 2. Deshalb wird für die Bedürftigen gesorgt. Wie hier mit dem Storehouse. Alle können sich beteiligen, wenn sich einfach ein Lebensmittel am Sonntag mitbringen. 3. Wenn wir etwas weitergeben, bekommt Gott die Ehre. Gott wird gedankt. 4. Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. 5. Nicht nur Geld, sondern genauso Zeit, Gaben, Kleidung, Gastfreundschaft. Alles als Ausdruck der neuen Gesinnung. Jetzt noch einen praktischen Schritt. Ihr habt alle hier etwas empfangen. Ich weiß, daß jeder von euch heute finanziell etwas empfangen hat. Gott beschenkt euch überreichlich, damit ihr davon weitergeben könnt. Was meint ihr also, was ihr mit dem einen Euro machen sollt, den ihr vorhin empfangen habt? Genau: Weitergeben! Ich fordere euch heraus, diesen Euro ausnahmsweise mal komplett weiterzugeben! Als Übung. Fragt Gott, was ihr damit machen sollt, und dann macht das. Wenn ihr den Euro an eine Person hier im Raum geben sollt und wollt, dann macht das gleich wenn ich fertig bin. Wartet überhaupt nicht, sondern gebt das sofort weiter. Und wenn ihr den Euro an eine andere Person geben sollt, die heute nicht hier ist, dann macht das auch so bald wie möglich -- heute abend, morgen früh. Wenn ihr das an eine Organisation oder Kirchengemeinde geben sollt, dann macht das auch so bald wie möglich, heute, morgen. Und wenn ihr nichts wißt oder wenn ihr das an unsere Gemeinde geben wollt, dann könnt ihr das gleich nach der Predigt hier in die Kollektendose geben, die stelle ich hier vorne hin. Aber viel wichtiger ist, daß wir uns nach Jesus ausstrecken und uns von ihm beschenken lassen. Ich lade ein zum Gebet:
Gott hat uns mit Jesus das allergrößte Geschenk überhaupt gemacht. Das können wir annehmen und können dann großzügig weitergeben. Amen. |