logo der vineyard




Predigt vom Sonntag, 11.07.2004
Babette Wienecke zum Thema: 

Die unermesslich große Kraft in uns

 

Ich habe jetzt die ehrenvolle Aufgabe, das Geheimnis des Tages zu lüften. Im Gottesdienst heute werden wir Steffi taufen. Das Geheimnis dabei ist der Taufspruch, den Steffi sich nicht selbst aussuchen wollte. Sie hat Manuela und mich gebeten, ihn auszusuchen. Es wäre natürlich noch spannender, ihn erst direkt vor der Taufe bekannt zu geben. Aber ich wollte gern in der Predigt einige Worte dazu sagen. Und deswegen kommt hier die Überraschung des Tages.

Wir haben einen Vers aus dem Brief an die Epheser 1,19+20 ausgewählt: Ihr sollt erfahren, mit welch unermesslich großer Kraft Gott in uns, den Glaubenden, wirkt. Ist es doch dieselbe Kraft, mit der er Christus von den Toten auferweckte und ihm dem Ehrenplatz an seiner rechten Seite gab.

Was heißt das auf ganz modern? Gott ist stark. Gott ist richtig stark. Er hat „unermesslich große Kraft“. Kennt ihr starke Leute?

(Rufe aus der Gemeinde: Meine Mutter. Pippi Langstrumpf. Superman. Arnold Schwarzenegger. He-Man)

An dem, was ihr gesagt habt, kann man wohl euer Alter abmessen. Nun wissen wir, aus welcher Generation ihr kommt. Aber das sind genau die Gedanken, die mir auch gekommen sind. Gott ist ein Held. Gott ist so einer, der richtig cool ist. Wenn ihr die Vorschul- und Schulkinder fragtet, würden die sagen: Gott ist richtig cool. Der hat echt Power.

Warum stehen wir so auf diese ganzen Comic- und Romanfiguren, die Märchen- und Filmhelden? Wenn ihr jetzt sagt: „Naja, so wirklich stehe ich nicht mehr auf die…“, dann versetzt euch doch mal zurück in die Zeit, als sie noch eure großen Helden waren. Warum fandet ihr die mal so super? Genau – die haben immer gewonnen. Die konnten einen immer aus der Patsche ziehen. Ich glaube, dass wir so ein total tiefes Bedürfnis in uns drin haben nach solch einer starken Person. Nach einem, der immer gewinnt. Nach einem, der uns immer raus ziehen kann. Nach einem, der uns irgendeinen Zaubertrank einflößt, und auf einmal können wir die Hindernisse überwinden und die Feinde plattmachen und die Schlacht gewinnen. Wir können genauso toll und unangreifbar sein.

Manchmal denke ich: Warum fällt uns das eigentlich so schwer, das zuzugeben. Je älter wir werden, desto schwerer fällt es uns doch, dazu zu stehen. Umso mehr neigen wir dazu zu denken, wir müssten das alles doch selber schaffen. Ich müsste doch eigentlich die souveränen Worte sprechen können. Ich müsste doch eigentlich den Ausweg wissen. Ich müsste doch eigentlich genügend Kraft haben, die schwierigen Situationen im meinem Leben zu meistern und zu bewältigen. Warum fällt uns das so schwer zu sagen: Eigentlich wünsche ich mir einen, der hinter mir steht und sagt: „Weißt du was, Babette? Meine Muckis sind deine Muckis.“

Bei Kindern ist das eindeutig besser zu beobachten. Wir waren neulich bei Freunden zum Essen eingeladen, und bevor das mit dem Essen so losging, wurde das unvermeidliche Autoquartett aus der Tasche gezogen. Da fahren wohl besonders Jungs drauf ab. Wisst ihr, wie das geht? Zuerst werden die Karten gleichmäßig unter den Mitspielern verteilt. Und dann guckt man, was die tollste Kategorie ist. Das geht nach Hubraum, nach Zylinder, nach PS, nach Geschwindigkeit und Gewicht – wobei beim Gewicht das Kleinste das Beste ist. Also: das beste Auto ist das schnellste mit dem größten Hubraum, den meisten PS und mit dem allerkleinsten Gewicht. Das gewinnt sozusagen immer. Da fragte mich der älteste Sohn dieser Freunde beim Abendessen: „Du, Babette? Wie viel Zylinder hat eigentlich euer Auto?“ Da habe ich gesagt: „17“ – „Was? Das kann nicht sein. 17!“ – „Doch, natürlich. 17 Zylinder. Was denkst Du denn… Wir haben ein Riesenauto, das fährt irre schnell. 17 Zylinder.“ Da guckt er mich so ungläubig an, und denkt sich wohl: „Die erzählt bestimmt Schrott.“ Dann fragt er Erik: „Du, Erik? Wie viel Zylinder hat denn euer Auto?“ Erik hatte das zum Glück mitgekriegt: „Babette hat gesagt, 17. Wenn Babette das sagt, dann wird das wohl stimmen.“ Ich fand das cool. Der Junge wollte natürlich feststellen, dass ihr Riesenauto, so ein Campingbus, mehr Zylinder hat als unser Auto. Weil er wollte, dass sie das coolste, schnellste, beste und Gewinnerauto haben.

Ich dachte so: „Genau. Eigentlich möchte ich auch auf der Gewinnerseite sein. Ich möchte auch sagen können: Der Held ist auf meiner Seite.“ Ich glaube, wenn wir ehrlich sind, will jeder von uns das – mehr oder weniger. Irgendwie jemanden oder etwas haben, was toll und unangreifbar ist. Wo suchen wir das? Gern mal in tollen Menschen. Wir suchen der perfekten Partnerin oder dem perfekten Partner. Wir denken: Wenn ich den oder die erst gefunden habe, dann habe ich die tolle Person, nach der ich mich sehne. Oder tolle Eltern, tolle Freunde.

Bei Kindern sieht man das gut: bei den Coolsten und Hipsten, da wollen alle in der Clique sein. Aber bei uns ist es doch auch nicht viel anders. Oder wir versuchen, Einfluss zu gewinnen, oder Macht. Wir versuchen, möglichst viel Geld zu machen, damit wir toll sind. Oder wir gucken, was wir für Talente haben und versuchen, die möglichst weiter zu pflegen. Musikalisch begabte Leute üben dann ganz doll, - was an sich ja wunderbar ist. Oder wir suchen irgendwelche Weisheitsquellen. Gerade aktuell sind die ja sehr beliebt, diese fernöstlichen, spirituellen Gurus oder Bücher. So weit braucht man gar nicht zu fahren.

Warum suchen wir nach dem Tollen, dem Perfekten. Ich glaube, dass wir danach suchen, weil Gott, als er uns geschaffen hat, diese Suche ganz tief in uns eingebaut hat. Eigentlich, behaupte ich einfach mal so, ist es eine Suche nach Gott. Weil Gott eben der ist, der Großartige, der Mächtige, der Tolle, der Perfekte, der Weisheit hat ohne Ende. Der nie versagt – er lässt uns nie im Stich. Der uns jeden Tag liebt ohne Bedingungen. Ich glaube, er wünscht sich – und hat sich schon immer so sehr gewünscht, dass wir ihn kennen lernen und suchen und in eine Freundschaft und Beziehung mit ihm eintreten, dass er uns extra mit diesem Vakuum gemacht hat, mit diesem inneren Suchen, das erst zur Ruhe kommt, wenn wir ihn gefunden haben.

Ich weiß nicht, wie viele hier ihn schon gefunden haben und wie viele auf der Suche sind und wie viele vielleicht sagen: „Das ist mir echt zu doof. Ich höre mir mal an, was sie da vorne zu sagen hat, aber suchen tue ich nicht.“ Ich glaube trotzdem, dass bei jedem von uns zu bestimmten Zeiten dieses Vakuum, diese Suche und Sehnsucht, vielleicht nur dieses Etwas, das wir gar nicht beschreiben können, auf einmal vor unserer Nase steht. Manchmal winkt es. Manchmal schreit es. Ich glaube, dass wir natürlich versuchen, das irgendwie zu füllen. Wer mag schon gerne Vakuum.

Wenn ich jetzt Physikerin wäre, könnte ich euch erklären, dass jedes Vakuum, wenn es irgend möglich ist, mit etwas anderem gefüllt wird. Weil ich das nicht studiert habe, kann ich das jetzt nur so doof erzählen: Jedes Vakuum, das irgendwie angepiekst wird, füllt sich mit dem, was gerade um es herum ist, ob Luft, Wasser, oder was auch immer. Ein Vakuum ist dazu da, gefüllt zu werden. Bei der kleinsten Störung rutscht das, was drum herum ist, rein. Deswegen sind wir so bestrebt danach, dieses Vakuum zu füllen. Und wenn wir versuchen, es mit anderen Menschen oder mit Besitz, Idolen oder Karrierestreben zu füllen, dann erfüllt uns das vielleicht für eine Zeit. In den allermeisten Fällen merken wir nach einer gewissen Weile: Das war es doch nicht. Die Menschen, von denen ich dachte, dass sie meine Helden seien, haben doch irgendwelche Fehler. Leider sind sie unfreundlich zu mir gewesen. Sie haben mich abgelehnt, einfach ignoriert. Sie sind unverschämt gewesen, haben mich angeschimpft.

Meine Karriere. Selbst Leute, die Schritt für Schritt auf der Leiter nach oben klettern, sagen ganz oft irgendwann: Eigentlich bringt’s das auch nicht.

Oder Besitz. Man kann noch so viel Geld haben, sagen Leute, die viel Geld haben. Aber so richtig glücklich macht es auch nicht. Denn das, was wir eigentlich suchen, eine Person, etwas, eigentlich Gott - die Liebe, die von Gott kommt und die Kraft, die von ihm kommt, und die Weisheit, die bei ihm ist, und das Leben und die Erfüllung, die kann niemand außer Gott geben.

Das großartige Angebot, dass in den beiden Versen des Taufspruchs – und eigentlich in der ganzen Bibel – immer wieder deutlich wird, lautet: Gott sagt: „Ich hab’s und ich biete es euch an. Kommt zu mir, wenn ihr diese Krafterweise braucht. Wenn ihr einen starken Arm braucht, der euch trägt, dann kommt zu mir. Wenn ihr einen Berater braucht, der unendliche Weisheit hat, dann kommt zu mir. Wenn ihr einen Versorger braucht, dem die Ressourcen nie ausgehen, dann kommt zu mir. Wenn ihr einen braucht, der euch jeden Tag bedingungslos liebt, egal, ob ihr mit dem rechten oder dem linken Bein zuerst aus dem Bett gestiegen seit, dann kommt zu mir. Ohne Bedingung. Jeden Tag. Wenn ihr so einen braucht, dann kommt zu mir. Wenn ihr einen wollt, der hinter euch steht und sagt: „Weist du was, ich finde dich super. Auch wenn du dich gerade voll hingepackt hast.“ Dann komm zu mir.“ Sagt Gott. Das ist das Angebot.

Wie stark ist Gott denn wirklich, könnt ihr jetzt fragen. Das ist eine schwierige Frage. Bei uns in der Gemeinde, wie in vielen anderen Gemeinden, beten wir regelmäßig und aus Überzeugung gern für Leute, die krank sind. Ab und zu erleben wir, dass gar nichts passiert. Und ab und zu erleben wir, dass es ein bisschen besser wird. Dass zum Beispiel die Kopfschmerzen ein bisschen besser werden, nachdem man dann zur Sicherheit auch gleichzeitig die Aspirin genommen hat. Manchmal erleben wir es, dass wir denken: Das war jetzt vielleicht doch schon ein bisschen schneller gesund geworden als normal. Manchmal erleben wir es, dass wir denken: Puh, das lässt sich vielleicht gar nicht mehr erklären. Wir haben das gerade erst bei uns in der Gemeinde erlebt, dass eine Frau für ihre Freundin im Krankenhaus gebetet hat, und da ist ein riesengroßer Abszess in ihrem Körper, also ein Eiterherd, innerhalb von Tagen verschwunden. Vorher war er wochenlang ganz hartnäckig da. Plötzlich ist er verschwunden, und die Ärzte sagen: „Tja, wissen wir auch nicht. Der ist irgendwie weg. Komisch. Gibt’s eigentlich gar nicht.“ – So etwas erleben wir auch.

Was bedeutet das für Gottes Stärke? Ist er manchmal stark und manchmal schwach und manchmal mittel? In der Bibel steht, dass er unermesslich große Kraft hat. Selbst, wenn wir diese unermesslich große Kraft nicht jeden Tag direkt vor Augen stehen haben, und nicht jeden Tag in unserem Leben erleben, steht doch da, dass es dieselbe unermessliche Kraft ist, die Jesus von den Toten auferweckte. Ich weiß nicht, ob das für euch ein neuer Gedanke ist: Wie viel Kraft braucht man, um jemanden von den Toten auferwecken? Und wir sprechen hier nicht von einer Sekunde Tod, sondern von drei Tage Tod. Habt ihr euch das schon mal überlegt? Da gibt es dann kein Aspirin, das hilft, und auch keine normale Erklärung. Wenn mich jemand fragt: „Babette, was ist das Schwierigste, dass du dir vorstellen könntest zu tun?“, würde ich sagen: „Ziemlich viele Dinge sind möglich. Aber jemanden, der schon drei Tage tot ist, wieder zum Leben zu kriegen, ist unmöglich. Unmöglich.“ Oder weiß jemand noch etwas Schwierigeres? Außer zehn Tage Tod, drei Wochen Tod, oder so. Das zählt jetzt nicht.

Ich habe da bei der Predigtvorbereitung noch einmal ganz neu drüber nachgedacht. Ehrlich, weiß jemand noch etwas Schwierigeres, als jemanden, der schon drei Tage tot ist, wieder ins Leben zurück zu holen? Könnt ihr gerne sagen.

Da steht man doch davor und sagt: Unermessliche Kraft muss das sein. Wer kann denn bitte so etwas? Und das bezeugt uns die Bibel, ist genau das, was Gott mit Jesus Christus gemacht hat, nachdem er gestorben war. Gestorben, richtig tot, nämlich drei Tage, und dann hat er ihn wieder auferweckt.

Was sollte das eigentlich? Warum ist Christus gestorben und nach drei Tagen wieder auferstanden? In der Bibel steht, und wir glauben, dass er stellvertretend für uns, weil wir von Gott getrennt sind durch unsere Sünde, unsere Verfehlungen, man könnte es auch genauer sagen: unsere Kleinlichkeit, unsere Gemeinheiten, durch unsere inneren Abgründe, aber auch unsere Krankheiten. Durch all das, was nicht in Gottes Sinne ist. Für all das, was uns von Gott trennt, ist Jesus Christus stellvertretend für uns gestorben. Gott ist so perfekt und so heilig, dass es jemanden brauchte, der sagte: Ich nehme all das auf mich, damit all diese Menschen, die dann dieses stellvertretende Opfer annehmen, wie weißgewaschen zu mir kommen können. Jesus als Sohn Gottes hat sich bereit erklärt, für jeden von uns das zu tun. Aus dem Himmel – ich kann mir das nicht richtig vorstellen, aber vielleicht habt ihr schon mal darüber nachgedacht. Jeder kennt die Geschichte vom kleinen Jesuskind in der Krippe, im Stroh. Auf Marias Arm, auf der Flucht, verfolgt, die Eltern noch nicht einmal verheiratet. Aber wie Jesus eigentlich vorher war, bevor er das arme, kleine Christuskind in der Krippe war, das ist glaube ich unvorstellbar. Die Bilder in der Bibel schildern das voller Herrlichkeit und Glanz und Licht und Majestät. Dieser Jesus hat sich bereit erklärt, ganz klein und arm zu werden, Mensch zu werden und deswegen als Mensch stellvertretend für uns bezahlen zu können, was wir nie hätten bezahlen können. Die Bibel sagt, und wir glauben und erleben auch, dass dadurch, dass er verstorben und wiederauferstanden ist, es möglich ist, Zugang zu Gott dem Vater zu haben. In der Bibel steht, dass der Vorhang im Tempel zerriss, als Jesus starb. Das war der Vorhang zum Allerheiligsten. Das repräsentierte und stand für die Gegenwart Gottes. Das symbolisiert, dass wir durch den Tod Jesus als ganz normale, 0/8/15-Menschen, die nicht besser und nicht schlechter sind als alle anderen, Zugang haben zum Heiligen Gott. Vorher durfte da nur die Priester nach ganz komplizierten Ritualen rein, sonst wären sie nämlich gestorben. Ihre Vergehen, ihre Sünde und ihre Schuld, die sie genau wie jeder andere auf sich geladen haben, hätten bedeutet, dass sie in der Gegenwart des lebendigen Gottes tot umgefallen wären. Und jetzt, durch Jesus, ist der Vorhang weg.

Dieser Zugang ist genau das, was wir heute feiern. Dieser Zugang zum Heiligen Gott, den viele von uns hier, und den Steffi auch gefunden hat, den feiern wir heute. Zu diesem Gott, der „eine unermesslich große Kraft hat, mit der er in uns, den Glaubenden, hilft.“ Wieso? In der Taufe kommt genau das zum Ausdruck. Das ist ein Symbol dafür, dass wir mit Jesus, der stellvertretend für uns gestorben ist, symbolisch in den Tod gehen – das ist das Untertauchen, und dann mit ihm wieder auferstehen – das ist das Auftauchen. Das können nachher alle beobachten, die nahe genug heran kommen. Wir nehmen also – und Steffi nimmt heute in der Taufe das an, was Jesus getan hat. Damit macht Steffi deutlich, dass sie das möchte, was Jesus bezahlt und erkauft hat.

Was bedeutet das für uns, dass Gott Jesus den Ehrenplatz an seiner Seite gab? Bedeutet das überhaupt irgendwas? Wenn wir uns jetzt und hier für ein Leben mit Jesus entscheiden, dann sagt er, sind wir mit ihm in Gemeinschaft, dann haben wir die Möglichkeit, in seine Gegenwart zu kommen, dann können wir ihn als den Vater kennen.

Jesus ist ja Himmelfahrt wieder in den Himmel aufgefahren. Und wir? Was bedeutet das für uns, dass Jesus da schon einen Platz hat? In diesem Vers steht nichts darüber. In anderen Versen steht, dass Jesus uns eine Wohnung bereitet. Man könnte auch sagen, dass er uns einen Platz vorbereitet. Ich habe gestern etwas Schönes geschenkt bekommen, nämlich ein faltbares „Reserviert“-Schild. Ich denke mir, dass das das Mindeste ist, was Jesus für uns tut: uns ein Schild hinzuhängen, auf dem steht: „Reserviert“. Selbst, wenn wir jetzt in diesem Leben sagen, wir hätten gern noch ein wenig deutlichere Krafterweise Gottes in unserem Leben. Wahrscheinlich geht das jedem von uns so. Ich würde mir wünschen, dass alle kranken Menschen gesund werden, wenn ich für sie bete. Aber selbst, wenn das nicht so ist, ist dies auf jeden Fall sicher: Nach unserem Tod hier auf der Erde sind wir nicht tot, sondern haben den reservierten Platz bei unserem Vater. Das kann ich jetzt nicht bis ins Letzte beschreiben, denn darüber zu predigen, wie toll das dann wird, würde ewig lange dauern.

In dieses Auferstehungsleben, das Steffi in diesem Moment teilt, und das jeder von uns teilt, wenn wir sagen: „Ich möchte Anteil daran haben. Ich möchte diesen stellvertretenden Tod Jesu in Anspruch nehmen.“ In dem Moment geht oben die Party los und es wird reserviert. Ganz persönlich. Es wird vorbereitet und ich bin gespannt, wie es sein wird. Aber eben nicht nur im Himmel. Das wäre ja ein bisschen traurig, auf ein Leben danach zu vertrösten, wo es nicht mal sicher sein kann… Ich kann euch ja viel erzählen. Vielleicht stimmt es ja gar nicht. Aber dieselbe Kraft, heißt es hier in diesen Versen, wirkt jetzt schon in uns. Das heißt, und ich komme zurück zum Anfang der Predigt: Das, was wir eigentlich suchen, unseren tollen Held, den, der Power hat, der echt cool ist, der Kraft hat, der, wenn wir ihn in unser Leben einladen, lebt in uns. Und damit alle Möglichkeiten incl. der Möglichkeiten der Auferstehung. Ich habe leider in letzter Zeit von keiner Totenauferweckung in Deutschland gehört, aber ich habe von einer Totenauferweckung in Afrika gehört, von Leuten, die ich persönlich kenne. Und wem das nicht zumindest neugierig macht auf diesen Gott, der das immer noch macht, und nicht nur vor zweitausend Jahren, da weiß ich auch nicht…

Der Heilige Geist, der in uns lebt – und wir werden nach der Taufe, wenn wir sie segnen, beten, dass der Heilige Geist Steffi auf spezielle Weise erfüllt. Dieser Geist hat alle Möglichkeiten Gottes in sich. Das ist unser Wunsch für dich, Steffi, dass du das immer mehr erfährst. Eigentlich wünschen wir uns, dass du überrascht wirst. Eigentlich wünschen wir uns das für jeden von uns, heute aber speziell für Steffi, dass du erfahren kannst, mit welch unermesslich großer Kraft Gott in dir, der Glaubenden, wirkt. Und das du nächstes Jahr und übernächstes und in zehn Jahren immer mehr erzählen kannst, welch unermesslich große Kraft du erlebst. Welche Veränderungen, welche Wunder, welche nichterklärlichen Zufälle. Dass du ein wandelndes Zeugnis dafür bist, dass das stimmt, was Gott sagt. Und das es nicht nur vor zweitausend Jahren stimmte, sondern auch noch heute. Und alle, die hier Jesus kennen, können sagen, dass zumindest dieses eine Wunder, dass ich ihn gefunden habe (oder er mich), und dass meine Sünde vergeben ist, und das Gott gesagt hat: „Du bist frei. Du musst nichts weiter bezahlen. Ich habe alles auf mich genommen.“ Dieses Wunder habe ich auf jeden Fall erlebt. Und für die anderen beten wir weiter.

Amen.

 

  
 
Startseite Background Lifestyle Predigtarchiv ge-m@il.de Termine Links