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Ich bin richtig aufgeregt heute. Ich weiß nicht genau, warum, und ob es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist. Das könnt ihr dann später beurteilen. Ich werde heute und nächsten Sonntag predigen. Und zwar werde ich eine wundervolle kleine Reihe machen, eine Zwei-Predigten-Reihe über das Thema „Glauben“. Es gibt ein paar Themen, über die man in der Gemeinde nicht so richtig predigen oder sprechen darf. Eins davon ist „Glauben“. „Gebet“ ist das andere Thema. Über Gebet habe ich neulich gesprochen, jetzt über Glauben, weil es beides Themen sind, wo ganz schnell Schuldgefühle hochkommen. Gefühle wie: „Glauben, na ja. Es gibt da so diese Leute in der Bibel, wie Paulus und so. Das ist nicht so mein Ding. Ich erinnere mich eher an Glaubenskrisen und an Versagen, wenn ich an dieses Thema denke. Mehr jedenfalls als an richtige Durchbrüche.“ Wenn es dir so geht, möchte ich heute die Einführung in die Predigtreihe mit einer radikalen Aussage beginnen: „Gott glaubt an Dich! Gott glaubt an Dich, bevor Du bei dem Thema Glauben auch nur G sagen kannst, sagt Gott ‚Ich glaube an Dich’“. Und der Beweis ist ganz klar: Er hat seine Hand zu dir in dein Leben ausgestreckt und hat gesagt: „Ich möchte Dich kennen lernen. Und ich glaube, dass Du ‚Ja’ zu mir sagen wirst. Und ich glaube, dass Du Dich für mich entscheiden wirst. Vielleicht wirst Du Dich zwischendurch mal gegen mich entscheiden. Aber ich glaube, dass Du Dich immer wieder für mich entscheiden wirst! Ich glaube, dass Du Dein Glaubensleben gut vollenden wirst. Nicht nur gut, sondern erfolgreich. Ich glaube, Dich werde ich im Himmel bei mir haben.“ So denkt Gott über uns. Amen. Das ist eine Wahnsinnshilfe für mich, weil es diesen ganzen Druck wegnimmt, der uns in so eine Rückenschmerzenshaltung bringt. Weil Gott an mich glaubt. Ich finde es toll. Warum ich heute über dieses Thema rede, ist relativ kurz gesagt: Weil Gott angefangen hat, über dieses Thema zu mir zu reden. Und es ist immer sinnvoll, in einer Predigt über Sachen zu reden, die bei einem selber aktuell sind. Vor einigen Wochen sagte Gott relativ unverblümt zu mir: „Du glaubst mir nicht für Deine Zukunft.“ Mitten in mein Tagesgeschehen, zu einer Tageszeit, wo man normalerweise sagt: „Gott, ich geh mal auf Sendepause. Ich entspanne mich jetzt mal so ein bisschen.“ Auf einmal sagt er: „Du glaubst mir nicht für meine Zukunft.“ Ich konnte überhaupt nichts sagen. Ich konnte nur sagen: „Ja. Das stimmt. Jetzt, wo Du es sagst, wird es mir wirklich klar.“ Und es wurde mir auch in dem Augenblick auf einmal klar, dass ich für mein eigenes Leben wirklich mit Angst in die Zukunft sehe. Werde ich Arbeit haben? Werde ich Geld haben? Werde ich Freunde haben? Wird meine Ehe auch noch in zehn, zwanzig, dreißig Jahren gut sein? Werde ich beim Glauben bleiben? Für mich war das sehr krass. Aber gleichzeitig war es auch so liebevoll, weil Gott im gleichen Augenblick seine Hand genommen hat und sagte: „Hier, setz’ Dich in meine Hand und entspann Dich bei mir.“ Manchmal ist es leichter, Gott für die Ewigkeit zu glauben als für Montagmorgen. Das bedeutet: wenn ich dich jetzt frage, ob du in den Himmel kommen wirst, werden die meisten wahrscheinlich sagen: „Ja, doch. Irgendwie werde ich das schaffen.“ Aber wenn ich dich jetzt Auge in Auge frage: „Glaubst du, dass morgen ein guter Tag mit Gott beginnt? Dass die nächste Woche eine Woche sein wird, in der Gott seine Hand über dich hält? Wo er deine Schritte segnen wird? Wo er in deinen Gedanken groß werden will? Wo er Menschen durch dich berühren will? Wo er Menschen heilen will? Wo er dich lieben möchte?“ Dann sagst du jetzt vielleicht noch „ja“. Aber morgen früh, wenn der Wecker klingelt, denkst du vielleicht schon anders. Und vielleicht hast du ja diesen Termin bei der Arbeit, dieses unangenehme Gespräch. Vielleicht hast du ein Treffen mit deinen Eltern, mit denen du dich nicht so verstehst. Vielleicht hast du in der nächsten Woche Sachen, die einfach ätzend sind, und es fällt dir schwer zu glauben. Ich denke, dass Glauben in unserem Leben wirklich unsere Brücke zu Gott ist. Glauben ist die Art und Weise, wie du und ich mit Gott in Berührung kommen. Es gibt ein paar Bibelstellen, die mich da total ermutigt und es mir verständlich gemacht haben. Z. B..: 2. Korinther 5, 7. Da schreibt Paulus: „Wir leben ja im Glauben und nicht im Schauen.“ Unser Leben mit Gott leben wir im Glauben und nicht im Schauen. Was heißt das? Wir sehen Gott nicht. Ich weiß nicht, ob jemand von euch schon einmal Gott gesehen hat. Aber Johannes schreibt im 1. Johannesbrief: „Niemand hat Gott je gesehen.“ Außer Jesus. Das heißt: Wir glauben an einen Gott, den wir eigentlich nicht gesehen haben. Wir haben Bilder von ihm. Wir haben Symbole. Wir haben Lieder. Wir haben Predigten. Aber wir glauben an jemand, den wir nie gesehen haben. Und das ist eigentlich ziemlich verrückt. Eine völlig verrückte Sache. Im Glauben gehen wir zu Gott. Unser Glaube ist die Brücke, über die wir Beziehung zu Gott haben. Im Hebräer 11 steht: „Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.“ Natürlich: Wenn du zu Gott kommen willst, musst du erst einmal glauben, dass es ihn gibt. Ganz klare Sache. Eine andere wunderschöne Bibelstelle ist 1. Johannes 3, 2. Da schreibt Johannes: „Ihr Lieben. Schon jetzt sind wir Kinder Gottes. Was das in Zukunft bedeuten wird, können wir uns jetzt noch nicht einmal vorstellen. Aber wir wissen, dass wir von gleicher Art sein werden wie Gott. Denn wir werden ihn sehen, wie er wirklich ist.“ Und wann wird das geschehen? Im Himmel, ganz klar. Im Himmel werden wir sehen, wie er wirklich ist. Und vermutlich werden wir nicht mehr glauben müssen. Denn wenn ich Kim, meine Frau, vor meinen Augen habe und sie anfassen kann, dann muss ich nicht mehr sagen: „Ich muss glauben, dass sie da ist.“ Denn sie ist ja tatsächlich da. Genau so wird es mit uns und Gott sein. Aber was wir in dieser Welt, in diesem Leben mit Gott leben, leben wir im Glauben. Wir können nicht nahe zu Gott kommen, außer im Glauben. Und das ist der Knackpunkt. Wie entsteht denn dieser Glaube? Wo sollen wir den Glauben hernehmen? Wenn die Bibel sagt: „Ohne Glauben können wir nicht zu Gott kommen“, wie sollen wir denn an ihn glauben? Ich glaube, dass Glaube entsteht, wo Gott uns begegnet. Oder besser noch gesagt: Glaube kann da entstehen, wo Gott dir und mir begegnet. Es war ja auch vermutlich so, als du das erste Mal überhaupt von Gott gehört hast. Vielleicht war das durch einen Menschen. Vielleicht durch etwas, was gesagt wurde. Vielleicht durch die Bibel. Vielleicht ist dir Gott auch auf übernatürliche Art und Weise erschienen. Aber er hat irgendwie zu dir Kontakt aufgenommen. Er hat an die Tür deines Herzens angeklopft und hat gesagt: „Möchtest Du mir glauben? Möchtest Du glauben, dass es mich gibt? Möchtest Du glauben, dass ich ein gutes Leben für Dich habe? Möchtest Du glauben, dass ich der Chef bin und nicht Du?“ Und da hast du gesagt: „Ja! Ich will es ausprobieren.“ So ist Glaube dadurch entstanden, dass Gott sich dir zugewandt hat. Und ich denke, dass das die Art und Weise ist, wie es immer wieder geschieht. Gott wendet sich uns zu und begegnet uns in unserem Alltag. Und es entsteht Glauben. Die Gottesbegegnungen, die wir in unserem Alltag haben, setzen Glauben in uns frei – oder sollen Glauben in uns freisetzen. Manchmal ist es jedoch so, dass wir an diesen Gottesbegegnungen, die wir haben, einfach vorbeigehen. Und es gibt verschiedene Gründe, warum wir den Gewinn, den wir von dieser Begegnung mit Gott mitnehmen könnten, nicht mitnehmen. Mir ist es neulich zum Beispiel passiert, dass ich mit unserem Auto zum TÜV musste. Doch unser Konto war völlig leer. Richtig leer. Mehr als leer. Das, was man Dispo nennt, war ausgeschöpft. Ich wusste das, und ich wusste, ich muss Ende der Woche zum TÜV. Wir haben die ganze Woche gebetet: „Gott, lass den TÜV-Mann nichts finden. Bitte, lass ihn nichts finden. Gott, reparier das Auto jetzt. Gott, kümmre dich…“ Wie es die Bibel auch sagt: „Wenn ihr braucht, dann bittet!“ Ich fahre also zum TÜV und sage zu Gott: „Ich möchte dich noch einmal daran erinnern, dass wir die ganze Woche gebetet haben. Und ich bitte dich, dass der TÜV-Mann nichts findet.“ Auf einmal höre ich diese kleine Stimme, die mir sagt: „Aber wie soll ich Dir denn beibringen zu glauben?“ Ich denke: „Hä? Was? War das eben Gott? ‚Wie soll ich Dir denn beibringen zu glauben?’ “ Es war eine Gottesbegegnung und ich saß in meinem Auto und dachte: „OK, was soll ich jetzt sagen? Soll ich jetzt sagen: ‚OK, Gott. Ich habe gemerkt, du hast geredet. Vermutlich wird es sehr teuer werden und du wirst mir beibringen zu glauben.’“ Ich habe das Gegenteil gemacht. Ich habe gesagt: „Nein, Gott. Nein! Das warst du nicht. Und wenn du es warst, dann will ich lieber nicht lernen zu glauben. Erbarmen. Hilfe. Im Namen von Jesus: Das Auto ist heil. Ich fahre zum TÜV…“ Na ja. Das Ganze hat ungefähr fünfhundert Euro gekostet. Viel Geld. Ich habe den Wagen abgeholt und bin im Glauben zusammengebrochen. Ich habe einen richtigen Einbruch gehabt und dachte: „Ne! Die Bibel sagt, wir sollen beten. Und wir haben gebetet. Warum macht Gott das? Will er mich ärgern?“ Ich hatte zwei, drei Tage, wo ich richtig schlecht gelaunt war. Mir war der Glaube unter den Füßen weggezogen worden. Meine Kreditkarte wurde gesperrt und lauter so ein Mist, wo du echt denkst: „Gott!“ Auf einmal, in einer stillen Stunde, erinnerte ich mich daran, dass Gott doch gesagt hatte: „Ich möchte Dir Glauben beibringen.“ Und ich dachte auf einmal: „Mensch, hätte ich das in dieser Sekunde, wo er geredet hat, ergriffen und gesagt: ‚OK, du willst mir Glauben beibringen. Und du sagst mir sogar, in einer Frage formuliert: ‚Ich werde Dir mit dieser Autosache Glauben beibringen’. Hätte ich das ergriffen, versteht ihr, dann hätte ich diesen Einbruch nicht gehabt. Dann hätte ich gesagt: „Ja, Gott hat es gesagt. Das wird ein Glaubenstest.“ So habe ich gemerkt: Ich muss aus den täglichen Begegnungen mit Gott wirklich das rausziehen, was er für mich hat. Ich muss das rausziehen, was er für mich hat. Denn diese kleinen Begegnungen mit Gott, die jeder von uns hat – und ich denke wirklich, dass die jeder von uns hat, denn wenn du mal nachdenkst, was dir so in letzter Zeit passiert ist, was du so gehört hast, dann dachtest du vielleicht nicht immer, dass es Gott ist, der redet. Aber in Wirklich bereitet er uns die ganze Zeit vor. Er bereitet uns vor, damit wir dann, wenn die Glaubensprüfung kommt, auch bestehen können. Damit wir dann sagen können: „Ja, ich ergreife das.“ Ich muss dazu noch sagen: Gott hat sich dann dazu gestellt und wir haben das Geld für die Autosache bekommen. Alles ist gut. Preist den Herrn. Warum ziehen wir aus diesen kleinen Gottesbegegnungen, die Glauben in uns freisetzen sollen, nicht das heraus, was Gott vorgesehen hat? Ich glaube, es gibt mehrere Gründe. Zum einen wohl daran, dass wir Gott oft einfach nicht erkennen. Er offenbart sich uns, aber wir erkennen ihn einfach nicht. Es gibt diese Geschichte von den Emmaus-Jüngern (Lukas 24). Jesus ist gestorben und auferstanden, und zwei Jünger gehen nach Emmaus, unterhalten sich und sagen: „Ey, hast du das gehört? Jesus ist doch auferstanden. Das verstehe ich nicht. Hast du das gesehen?“ Und auf einmal kommt Jesus zu ihnen und geht mit ihnen und sie erkennen ihn nicht. Er fängt an zu reden und sagt: „Was ist los mit euch?“ Dann erklärt ihnen, dass der Messias leiden musste und diese ganze Nummer. Aber sie erkennen ihn nicht. Sie gehen mit ihm weiter, es wird Abend, und dann sagen sie zu ihm: „Komm doch und sei unser Gast heute Abend.“ Beim Abendbrot werden ihnen die Augen aufgetan. Sie erkennen: „Das ist ja Jesus, der die ganze Zeit mit uns war.“ Im gleichen Augenblick verschwindet er leider. Sie sagen: „War uns nicht zumute, als würde ein Feuer in unserem Herzen brennen, als er unterwegs mit uns war und sprach und uns das Verständnis für sein Wort öffnete?“ Sie hatten so ein Gefühl. Da war etwas, als sie mit ihm gingen, aber sie erkannten ihn nicht. So geht es uns auch
oft. Wir haben diese Begegnung mit Gott und erst im Nachhinein sagen
wir: „Mensch, da hat er wirklich geredet, aber ich habe es nicht
gepackt.“ Ich bin so einer. Ich will das Perfekte. Und ich musste lernen, dass die Gottesbegegnungen in unserem Leben nie perfekt sind. Und ich glaube, dass wir oft auf diesen kleinen Begegnungen, die uns Gott schenkt, warten und denken: „Moment mal. Gott ist ein perfekter, riesiger Gott. Und das war jetzt so eine kleine Stimme, das war so ein blödes Lächeln von einem blöden Kind. Das soll jetzt Gott gewesen sein? Nö, mein Gott ist groß.“ So unterschätzen wir oft einfach die Art und Weise, wie Gott mit uns sprechen möchte. Wir lassen diese Gottesbegegnungen fallen. Denn oft ist Gott eben in dem Lächeln von dem Kassierer bei Penny oder von deinem Freund, der dir etwas Nettes sagt, oder von einem Hund, der dich nett anschlabbert. Es ist eben der Herr, der dir nahe kommen möchte. Er benutzt eben den Kassierer, deinen Freund oder den Hund. In solchen Augenblicken ist es oft sinnvoll, einfach Gott „Danke“ zu sagen. Momente, in denen du innerlich angerührt bist, wo du spürst, hier findet eine Begegnung statt. Kim, meine Frau, und ich haben gerade darüber gesprochen, dass wir, wenn wir beten, oft Gott um seine Gegenwart bitten. Auf einmal merken wir: Er ist längst da! Ich sage es ganz offen: Wenn ich um Gottes Gegenwart bitte, wünsche ich mir eigentlich, dass der Boden wackelt, Engel erscheinen und Trompete spielen. Aber er hat ganz einfach seinen eigenen Kopf. Er kommt dann so ein bisschen, so, als habe sich der Luftdruck verändert. Ich spüre es manchmal nur ganz wenig, und es ist trotzdem ganz viel, es ist der Herr. Unsere Gottesbegegnungen in unserem Leben sind nicht perfekt. Selbst, wenn du dir in der Bibel die größten Gottesbegegnungen anschaust, die Menschen hatten, wirst du merken, dass es nie perfekt war. Ich denke zum Beispiel an eine der größten Gottesbegegnungen im Neuen Testament, wo Petrus, Jakobus und Johannes mit Jesus auf dem Berg sind und Jesus vor ihnen verwandelt wird (Markus 9). Es ist wirklich fantastisch, was dort passiert. „Sechs Tage später nahm Jesus die drei mit auf den Berg und führte sie dorthin und wurde vor ihren Augen verwandelt. Seine Kleider wurden blendend weiß, so weiß, wie sie kein Färber auf der ganzen Erde hätte machen können. Dann erschienen Elia und Mose vor ihnen und fingen an, mit Jesus zu reden. ‚Rabbi, wie gut, dass wir hier sind’, sagte Petrus. ‚Ich will drei Hütten bauen. Eine für dich, eine für Mose und eine für Elia’. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte. Die beiden anderen Jünger waren vor Schreck ganz verstört. Da fiel ein Schatten einer Wolke auf sie und aus der Wolke kam eine Stimme, und es war der Herr selber: ‚Das ist mein geliebter Sohn. Hört auf ihn.’“ Was für eine Begegnung. Elia, Mose, Jesus, und der Herr selbst. Juhuu! Aber was blieb? Sie verließen den Berg. Machte diese Begegnung sie perfekt? Machte sie ihren Glauben unfehlbar? Nein. Kurz danach verleugnet Petrus Jesus. Sachen geschehen, die nicht geschehen dürfen. Obwohl diese Gottesbegegnung so machtvoll, so unglaublich war, machte sie doch keine perfekten Menschen aus Petrus und seinen Freunden. Dann zu Pfingsten, vielleicht eine noch heftigere Begegnung, wo ein Brausen am Himmel entsteht. Die Jünger werden mit Zungen aus Feuer getauft und sie empfangen die Heiligen Geist, fangen an zu predigen und tausende von Leuten bekehren sich an einem Tag. Was für eine Gottesbegegnung. Aber war sie perfekt? Hatten sie danach keine Probleme mehr? Nein, auch danach hatten sie Probleme und auch danach waren sie noch in dieser Welt. Sie gründeten zwar Gemeinden und waren ausgerüstet, aber schau dir die Gemeinden an: Die ganzen Briefe handeln doch nur davon, was dort für schreckliche Dinge passiert sind. Auch diese Gottesbegegnung war eben nicht perfekt. So kannst du weiter gehen, kannst von der Entrückung des Paulus in den dritten Himmel lesen (2. Korintherbrief). Ich habe da jahrelang für gebetet. Eigentlich war es das erste große Gebetsanliegen, nachdem ich mich bekehrte. Yes, Entrückung in den Himmel, zusammen mit den Engeln. Runtergucken und sagen: Yes, ich bin ganz oben. Und ich dachte auch immer: Wenn mir das passiert, dann komme ich zurück und bin heilig. Dann habe ich kein Problem mehr mit Sünde, dann bin ich zu allen Leuten nett, dann kann ich Wunder tun und so... Aber das ist nicht so. Es ist nicht so. Paulus wurde entrückt. Schau dir mal sein Leben an danach. Der Typ wurde mehrmals gesteinigt, wurde gegeißelt und sonst wie. Er hat ein superhartes Leben gehabt. Das war kein Zuckerschlecken. Diese Begegnung im Himmel löste nicht alle seine Probleme auf einmal, wie ich mir das gewünscht habe. Irgendwann habe ich dann auch aufgehört, für diese Entrückung zu beten. Vielleicht passiert es ja noch, aber es ist mir nicht mehr sooo wichtig. Na ja. Ich glaube, wir müssen lernen, aus den kleinen Treffen mit Gott, die wir alle haben, Glauben zu ziehen. Ich empfinde das oft so wie kleine Angebote, wo Gott sagt: „Hier. Möchtest Du? Hier ist die Ausrüstung für morgen, übermorgen, für die nächste Woche. Möchtest Du die Ausrüstung haben? Nimm sie Dir.“ Und oft liegt es dann wirklich an uns zu sagen: „OK, ich nehm’s“ oder eben, wie ich im Auto, zu sagen: „Nee, so nicht.“ Im Alltag entscheidet sich unser Glaube. Es ist schön, wenn wir Glauben haben für Erweckung in Deutschland, für Erweckung in Europa, dafür, dass Jesus mit Macht wiederkommt. Es ist nicht schwer, dafür Glauben zu haben. Das steht in der Bibel, dass das alles passieren wird. Aber in meinem Leben oder nicht, ich weiß es nicht. Aber unser Glaube muss sich in unserem Alltag bewehren. Und da sind es eben die kleinen Sachen, die es ausmachen. Weißt du, wir Otto-Normal-Christen – so nenne ich uns mal, oder sagen wir: ich als Otto-Normal-Christ, wir verlernen zu glauben, weil unser Leben ganz gut vor sich hin läuft. Vielleicht bist du ja nicht in dieser Gemeinde, aber ich bin schon hier. Und das ist ganz gut so. Ich habe eine Frau, ich habe einen Hauskreis, und wir machen so unserem Stiefel. Aber wo bleibt eigentlich meine Beziehung zu Gott, die tiefe Verbindung, die Kraft birgt, die Intimität birgt. Ich habe gemerkt, das kann ich nur erhalten, wenn ich glaube, wenn ich bereit bin zu glauben. Ich kann nur glauben, wenn ich mich von Gott herausfordern lasse. Wenn ich vor jeder kleinen Glaubensprüfung, die er mir schickt, weglaufe, dann kann ich nicht wachsen, dann kann ich ihm nicht näher kommen. Denn Glauben ist meine Brücke zu Gott, meine Chance, ihm näher zu kommen und ihn näher zu verstehen, mehr zu verstehen, was er möchte oder nicht möchte. Unser Unglaube, den wir in unserer Jesusbeziehung erfahren, ist wirklich ein Gift. Vielleicht hast du mal einen Partner gehabt, oder vielleicht hast du auch gerade einen Partner. Mit das Schlimmste, was dir passieren kann, ist, dass Unglaube in eure Beziehung kommt. Dass du auf einmal denkst: „Liebt der mich eigentlich wirklich noch? Ist er mir treu?“ Unglaube. Du lächelst noch und denkst: „Das Leben geht weiter.“ Aber der Unglaube. Wenn du nicht in der Nähe bist, denkt sie nach: „Ja, wie ist es denn eigentlich?“ Es hat sich Unglaube eingeschlichen, und das ist ein Gift. Superfiese. Genauso eben auch in unserer Gottesbeziehung. Wir müssen uns wirklich die Frage stellen: Glauben wir, dass Gott es gut mit uns meint? Oder ist das Gift des Unglaubens schon zu deinen Wurzeln vorgedrungen? Tief im Inneren denkst du: „Na ja, ich habe mein Christenleben. Ich werde in den Himmel gehen. So ist es halt.“ Oder glaubst du, dass Gott das beste Leben für dich hat, das es für dich geben kann? Vielleicht gibt es ja Dinge, kleine Glaubensprüfungen, mit denen du im Augenblick kämpfst, kleine Goliaths. Wo du denkst: „Mensch, das ist echt eine blöde Sache. Das habe ich mir anders vorgestellt. Gott meldet sich nicht. Ich weiß nicht, was ich tun soll.“ Vielleicht sind das solche Sachen mit Finanzen, wie es bei mir war. Vielleicht etwas anderes. Aber da möchte ich dir einfach Mut machen und sagen: „Nimm Gottes Hand, die er dir reicht. Nimm die kleinen Begegnungen, such nach ihnen. Lerne, danach zu suchen. Die kleinen Gottesbegegnungen, in denen Gott dich anlächelt. Wo der Hund kommt. Wo der Kassierer freundlich ist (obwohl es sehr unwahrscheinlich ist), kleine Begegnungen. Nimm sie und fange an, Gott dafür zu danken, ihn zu umarmen und zu sagen: „Ja, Papa. Ich will.“ Denn bei jeder dieser Begegnungen kannst du eine Entscheidung für oder gegen ihn treffen. Fange an, Entscheidungen für ihn zu treffen und „Ja“ zu sagen. Je mehr Entscheidungen du für ihn triffst, desto mehr wird dein Glaube aufgebaut werden. Der Glaube ist unsere Brücke zu Gott, und deine Beziehung zu Gott wird tiefer und tiefer. Das bringt einfach mehr Spaß. Eine Partnerschaft, in der man aneinander glaubt, ist einfach viel toller als eine Partnerschaft ohne Glauben. Ich sage es aus der Praxis. Wenn du solche Situationen hast, stehe jetzt auf und wir beten kurz gemeinsam, dass dein und mein Glaube gestärkt werden. Wenn du im Moment Situationen hast, in denen du im Glauben herausgefordert bist, wenn du Gottes Handschrift lesen und erkennen willst, beten wir kurz zusammen: Ich danke dir so,
Vater, dass Du an uns glaubst. Das ist das größte Geschenk, das Du mir
machen kannst. Dass Du an mich glaubst. Ich möchte diesen Glauben
erwidern. Und ich bitte Dich, dass ich die kleinen Begegnungen mit Dir
dazu nutze, „Ja“ zu Dir zu sagen und zum Glauben zu kommen. Ich bitte
Dich, dass ich die kleinen Begegnungen mit Dir nicht unterbewerte. Ich
bitte Dich, dass ich Dich erkenne, wo Deine kleine, leise Stimme zu mir
spricht. Dass ich ein „Ja“ zu Dir sagen kann. Stärke meinen Glauben,
Herr. Ich habe wirklich das Gefühl, dass Gott zu uns sagt: „Wo Du im Glauben versagst, vergiss nicht, dass ich an Dich glaube. Vergiss nicht, dass ich an Dich glaube. Ich glaube an Dich!“ Amen |