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Predigt vom Sonntag, 07.03.2004
Doris Kolb zum Thema: 

Die Beziehung zu Gott erneuern

 

Es geht heute um Nehemia, Kapitel 8 – 13. Zunächst möchte ich einen kurzen Abriss geben, was bisher geschehen ist, und  was sich in den Kapiteln 8 – 13 ereignet. Letzten Sonntag haben wir gehört, dass der Mauerbau vollendet werden konnte. Die Feinde rings um die Israeliten fürchteten sich auf einmal, weil sie sahen, dass Gott hier am Werk war. Alleine hätten die Israeliten es nie geschafft diese Mauer zu bauen. Nun geht die Geschichte weiter, im siebten Monat des Israelitischen Kalenders. Der 7. Monat war ein Festmonat. Das Volk versammelte sich deswegen in Jerusalem am Platze vor dem Wassertor – und man ersuchte Esra, der ja den Tempel aufgebaut hatte, das Buch mit dem Gesetz Mose herbeizubringen. Esra las von früh morgens bis mittags daraus vor, das ganze Volk hörte  zu,  ’die Aufmerksamkeit des Volkes war auf das Gesetzbuch gerichtet’. (8,3) Und die Israeliten hatten anscheinend lange schon nicht mehr das Wort Gottes gehört. Denn es ging sozusagen ein Ruck durch die Gemeinde. Zuerst priesen sie Gott, dann warfen sie sich vor ihm nieder.  Es wird erzählt, dass das ganze Volk im Gesetz unterwiesen wurde, und zwar Abschnitt für Abschnitt. Später weinten sie. Da sagt Nehemia zu ihnen:
Seid daher nicht bekümmert; die Freude am Herrn ist Eure Zuflucht. Und die Leviten hielten das ganze Volk zum Schweigen an und sprachen: Seid stille, denn der Tag ist heilig. (8, 10 +11)

Später entdecken sie, dass im Gesetz Mose steht, dass Israel jedes Jahr im 7. Monat, dem Festmonat, das Laubhüttenfest feiern soll. So treffen Sie Vorbereitungen und feiern das Laubhüttenfest. Das Fest dauert 7 Tage – und auch in dieser Zeit liest Esra aus dem Gesetz Gottes vor – vom ersten bis zum letzten Tag.... Und es herrschte sehr große Freude. (8,17)

Laubhüttenfest: Erinnerung an die Zeit in der Wüste, und die gnädige Bewahrung durch  Gott in diesen 40 Jahren.

Ein paar Tage nach diesem Fest kamen die Israeliten zum Fasten zusammen und legten Trauergewänder an. Sie bekannten Ihre Sünden und Verschuldungen. Sie lasen jeweils 3 Stunden im Wort Gottes und 3 Stunden bekannten sie Ihre Sünden, hier heißt es ’beichteten sie und fielen nieder vor dem Herrn ihrem Gott’. Dann schließt sich ein ganz langes Gebet an, (Bußgebet wird es in der Literatur genannt). In dem Gebet wird ein sorgfältig strukturierter geschichtlicher Rückblick gegeben. Gott als Schöpfer und Herrscher dieser Welt sowie der Gott, der mit Abraham  einen Bund schließt – und schließlich wird im Gebet Gott dafür gepriesen, dass er Israel aus Ägypten heraus geführt hat, dass Gott sie die 40 Jahre, die das Volk in der Wüste herumirrte durch Wunder versorgt hat, (Manna, Wolken- und Feuersäule.. ) Weiter wird in diesem Gebet auch nicht verschwiegen, dass die Israeliten immer wieder Mist gebaut hatten, ich erinnere an das goldene Kalb .. und Gott hat ihnen immer wieder vergeben. In dem Gebet werden mehrere Verfehlungen des Volkes Israel aufgezählt. Und jedes Mal wenn sich das Volk wieder an Gott wandte zu ihm schrie, dann zeigte Gott seine gnädige und barmherzige Seite. 6 x heißt es in dem Text, vergabst – oder gabst ihnen nach deiner großen Barmherzigkeit, bzw. ein gnädiger und barmherziger Gott bist  Du.

Bei den Israeliten ging also wirklich die Post ab, Gott hatte sie angerührt und im

10. Kapitel lesen wir, dass sie eine Abmachung treffen, nämlich nach Gottes Gesetz zu wandeln, und alle Gebote und Satzungen getreulich zu erfüllen. Das hieß insbesondere, die Töchter nicht an die Heiden zu verheiraten, den Sabbat zu heiligen, und sich um das Haus Gottes zu kümmern. 

Kapitel 11 ist ein Verzeichnis derer die in Jerusalem wohnten,

Kap. 12 beginnt mit dem Verzeichnis der Priester und berichtet dann von der Einweihung der Stadtmauer. .. ‚’An jenem Tage brachte man große Opfer dar und war fröhlich. Denn Gott hatte ihnen eine große Freude bereitet.’ (12,43)

Kapitel 13 ist leider kein happy End. Nehemia verlässt Jerusalem und kommt nach ein paar Jahren,

Literatur meint er war 3 –10 Jahre fort – wieder. Und siehe da, die Israeliten hatten sich nicht an die Abmachungen gehalten. Nehemia stellt fest, dass das Haus Gottes vernachlässigt worden ist, (Opfergeräte fehlten, die Leviten waren nicht versorgt, Vorratsräume nicht gefüllt). Weiter hatten sie den Sabbat nicht gehalten und ihre Töchter mit Männern aus den umliegenden Völkern verheiratet. Nehemia war sehr wütend und aufgebracht. Er schickte die Händler fort, die am Sabbat verkaufen wollten, und besonders aufgebracht war er über die Männer, die moabitische Frauen geheiratet hatten.

’er beschalt die Männer und fluchte ihnen und schlug etliche von ihnen und raufte ihnen das Haar.’ Sein Zorn war voll entbrannt. Er stellt die Ordnung wieder her, er stellt neue Priester ein. Die Geschichte endet mit dem Satz ’Gedenke mir’s mein Gott zum Besten!

Soweit.

Wenn man dass so hört, oder mir ging es so, kam in mir die Frage auf, wieso sind die Israeliten so schnell wieder von ihrem guten Weg abgekommen? Sie hatten Gott erlebt, er hat ihnen geholfen trotz starker Belagerung der Feinde, die Stadtmauer zu bauen, sie sind neu im Wort Gottes unterwiesen worden, haben  Feste gefeiert,  und dennoch nach so kurzer Zeit, haben sich wieder alte Strukturen, Lebensmuster bei ihnen eingeschlichen.

In der Predigt heute, soll es darum gehen, wie ich Strukturen schaffen kann, die meine Beziehung zu Gott stärken, fördern, um Jojo-Effekte zu vermeiden.

Welche Hinweise gibt uns also der Text?

Das Wort Gottes,
Fasten,
In der Vergebung leben,
Feste feiern,
Das Wort Gottes

ist hier im Text als das ’ Buch mit dem Gesetz des Mose’ beschrieben.  Hier sind die 5  Bücher Mose gemeint. Wenn wir das Wort Gesetz hören, klingt sicherlich eine negative Seite in uns an. Und in den Mose Büchern stehen viele Gesetze drin, aber auch viele schöne Geschichten, die Gott mit seinem Volk schrieb. Ich mag z. B. gerne die Josefgeschichte!  Jedenfalls mit Gesetz verbinden wir doch sofort Gebote.

 ’Viele Gebote sind also Verbote, was man zu tun oder zu lassen hat. Ein Verbot klingt negativ in uns. Es scheint oft eher, wie wenn dieses ’Nein’ Gottes uns Lasten auferlegt oder zerstörerisch ist für unsere Gottesbeziehung. Na ja, das mit den Geboten soll man nicht mehr so eng sehn, Jesus ist ja gekommen, nun gelten die alten Gesetze nicht mehr

Aber Jesus sagt, ich bin nicht gekommen das Gesetz abzuschaffen, sondern es zu erfüllen.
(Matthäus 5,17)

Übrigens gibt es neben den 10 Geboten im Alten Testament, die Bergpredigt  (Mt 6) im neuen Testament. Hier sind auch eine Reihe ‚’Does and Don’t s aufgeführt! Das geht’s ums Beten, ums Fasten, ums Geben um die Nächstenliebe, um das Sorgen, etc

Wie ist die Sache nun mit dem Gesetz? Wie meint Gott es? Gott meint seine Anweisungen als ein ’freundliches Nein’, das uns den Weg zum Ziel weist.  (Einschub: Was ist das Ziel? – eine innige Beziehung mit Jesus, vor ihm sein, mit ihm sein, so wie es Christian letzen Sonntag sagte in seiner Predigt!) Aber zurück zum Gesetz. Wie meinte es Gott? Er meint es als ein ’so lieber nicht’; sonst wird du deines Lebens nicht froh und du sollst deines Lebens und Glaubens froh werden.  Aus Gottes Sicht ist es also ein freundliches und schützendes Nein. Eine Aufforderung etwas zu lassen, damit unser Leben leichter und einfacher wird’.

Das nächste mal, wenn Du in der Bibel ein Gebot liest, erinnerst Du Dich vielleicht daran, dass es ein ‚’freundliches Nein Gottes an Dich ist. Ein Nein, dass Dir sagt,

Schau, liebes Kind, mach’s doch so, dass ist besser für Dich. Du tust Dir damit etwas Gutes, du bewahrst Dein Leben, Dein Leben wird dadurch leichter, ich will Dir keine Last auflegen!

Die Gebote Gottes sind immer in Hinblick auf die Beziehung zu sehen, die wir mit Gott haben.  Wenn wir die Gebote in Beziehung zum Menschen setzen, leuchten Sie uns vielleicht eher an. Ich möchte ein Bespiel geben aus dem Straßenverkehr.

Die 30 kmh Zone. Ich kann denken, ach ist doch egal, ich fahre einfach schneller, die Polizei wird mit schon nicht erwischen, und wenn, dann zahl ich halt ein bisschen Strafe, ärgert mich zwar, aber na ja. Ich bin in Eile!

Wenn ich aber sehe, wozu dieses Gebot gemacht ist, nämlich Menschen insbesondere in der 30 kmh Zone Kinder zuschützen, bekommt die Sache ein anderes Licht. Wenn ich nämlich ein Kind anfahre, oder sogar töte, dann werde ich wirklich meines Lebens nicht mehr froh, oder habe erst mal arge Probleme!

Und Gott sagt aber, Du sollst Deines Lebens und Glaubens froh werden!

Wenn man ’Gebote Gottes’ aus dieser Perspektive sieht, erscheint die Anweisung  gleich angenehmer. Die Person, die hinter diesen Geboten steht, scheint an Strenge und Enge zu verlieren und an Güte und Freundlichkeit zu gewinnen.

Wer mal den Psalm 119 gelesen hat, kann mal in diesem Psalm studieren, wie viele verschiede Wort hier als Synonyme für ’Gottes Wort’ gebraucht werden. Hier finden sich noch andere Worte wie : Zusage,  das klingt doch schon freundlicher, oder Maßstab, Zielgebung, Verordnung, Anweisung,  Rezept, Zeugnis, Überlieferung  um nur ein paar hier  zu nennen. 

Vielleicht habt ihr ja mal Lust, den Psalm 119 unter diesem Aspekt zu lesen oder zu studieren.

Somit komme ich beim nächsten Punkt.

Wie viel Zeit verbringst Du mit dem Wort Gottes? Ich kann sagen, ja das Wort Gottes, lese ich schon, aber wichtiger ist, Jesus zu erfahren. Ja, das ist schon richtig, für meine Beziehung zu Gott, das ich Erfahrungen im Alltag mit Jesus mache. Die stärken meinen Glauben. Aber das eine ist, ich nenne es mal ’Erfahrungswissen mit Gott’ und das Wort Gottes zu lesen, es zu studieren, das nenne ich mal ’trainiertes Wissen’. Wir brauchen beides. Gott hat sich uns in seinem Wort offenbart. In und aus seinem Wort können wir ihn auch kennen lernen. Die Bibel sagt, durch das Wort ist alles geschaffen. Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Joh. 1,1

Im Römerbrief gibt es eine Stelle, die mich immer wieder fasziniert – die heißt, dass Gott das was nicht ist, ins Dasein ruft! (Rö. 4,17) Also Gott kann aus nichts etwas machen. Gott redet, sagt ein Wort und dann geschieht etwas! Ist das nicht schön? So einen großen Gott haben wir! (Beispiel Kindergarten!! )

Wenn Du Gottes Wort liest, wird es Dich verändern. Nur ein kleines Beispiel, du hattest z. B. einen sehr strengen Vater, der dir wenig Freiheit lies. Wenn Du also was von Gottes Geboten hörst, wird es dir ganz anders. Das was du mit deinem Vater oder Mutter erlebt hast, das überträgst Du auf Gott. Gott wird Dir auch als der erscheinen, der dich einengt, der dir vielleicht nichts gönnt. Aber lies mal in Gottes Wort, mach mal ne Studie über ’Eigenschaften Gott des Vaters’.  (Bibel mit Farben markieren!!) Du wirst andere Eigenschaften an Gott deinem himmlischen Vater finden. Du wirst einen Gott finden, der sagt, ich stelle deine Füße auf weiten Raum, einen Vater, der dir sagt, ich decke dir den Tisch, ich schenke dir voll ein,

Du sollst die Fülle haben! In dem Maße, wie wir durch die Bibel  - manchmal braucht’s aber auch Hilfe von außen - unsere eigenen Gottesbilder, die durch Eltern geprägt sind, aufarbeiten, werden wir Gott immer mehr als den erkennen, der er wirklich ist. Der liebende barmherzige vergebende Gott, groß an Gute und langsam zum Zorn. In Kap. 9 werden diese Eigenschaften Gottes gleich 6 mal erwähnt. Das geschieht bestimmt so oft, weil wir die Barmherzigkeit Gottes so nötig haben, und weil wir es auch nötig haben, mit uns selber und anderen barmherzig umzugehen. Gott verdammt uns nicht. Wir selber legen uns oft hohe Maßstäbe auf, legen die Latte zu hoch und wenn wir sie nicht erreichen, dann lauert Verdammnis, zieht uns runter und zieht uns weg von Gott.

Und so komme ich zum nächsten Punkt.

Im Buch Nehemia haben die Israeliten gefastet. Am Fastentag haben sie 3 Stunden das Wort Gottes gelesen und 3 Stunden haben sie Sünden bekannt und fielen vor Gott nieder.

Zu Fasten, darauf gehe ich nur kurz ein, ist eine guter Weg sich zurückziehen und sich auf eine Sache zu konzentrieren. Zur Zeit ist ja vom Kirchenjahr her die Fastenzeit, von Aschermittwoch bis Ostern. Fasten heißt, etwas weglassen, damit ich Kapazitäten für andres habe. z. B. jetzt in der Fastenzeit 7 Wochen kein TV zu sehn, du wirst sehn, wie viel Zeit du auf einmal hast. In der Zeit kannst Du z. B. Wort Gottes lesen, oder die Zeit nehmen für was anderes schönes, was dir gut tut. Wir sind so reizüberflutet, es stürmen so viele Dinge auf uns ein. Da ist sind so viele Stimmen in uns, da ist es manchmal schwer, Gott wahrzunehmen.

Aber wenn wir vor Gott sein wollen, von ihm empfangen wollen, so wie Christian letzten Sonntag sagte, dann ist es wichtig, dass ich Freiräume schaffe, in denen ich vor Gott ’sein’ kann, wo niemand mich stört, wo ich mit Gott alleine bin. Das kann sein, dass Du spazieren gehst, die Natur genießt, ganz genau alles wahrnimmst, dass kann auch sein, dass du mal ganz genüsslich isst, ganz bewusst ist, bewusst schmeckst – und so erkennst, das Gott freundlich ist. ’Sehet uns schmecket wie freundlich der Herr ist’.  (Psalm 34,9) Bewusst wahrnehmen, nur eine Sache zur Zeit machen, und diese Sache ganz bewusst, ganz bewusst wahrnehmen. Das hört sich leicht an, ist aber gar nicht so leicht, weil wir oft gedanklich wo anders sind, uns sorgen machen, im voraus planen, Zwiegespräche in unserem Kopf führen,... etc.  Vor Gott ’Sein’ – d. h. im ganz im Augenblick sein!

Helfen kann Dir dabei auch das Herzensgebet. Ich weiß nicht, wer davon gehört hat.

Du nimmst ein Bibelwort und legst es auf den Atem.

z. B. Du Doris (einatmen) – meine Freude – (ausatmen)

Dieses 3 – 5 Minuten wiederholen, bzw. so lange, bis Ruhe in meinem Herzen eingekehrt ist.

’Ich atme das befreiende Wort ein. Vorsichtig lege ich es auf meinen Atem.

Mein Einatmen ist wie ein Strom, auf dem das Wort der Güte zu meinem Herzen kommt. Ein gutes Werk! Mein Ausatmen ist ein befreites Ausatmen, denn dieses Wort erlöst mich von der unbarmherzigen Kritik der anderen wie von meinen Selbstvorwürfen’.

Durch diese Form von Gebet verankert sich sehr gut das Wort Gottes im Inneren des Herzen. Ich erlebe, das dieses Wort, wie eine Reinigung wirkt. Es filtert alles heraus, was mich in meinen Herzen hindert zu glauben, dass ich wie in diesem Beispiel erwähnt, Gottes Freude bin.

In der Vergebung leben.

Sie haben hier 3 Stunden ihre Sünden bekannt und lagen vor Gott danieder!

3 Stunden, 3 Stunden Sünden bekennen, das muss ich schon ne Menge auf dem Kerbholz haben. Aber so schlimm steht es um mich doch nicht.

Wir brauchen immer wieder Vergebung! Jesus ist für uns gestorben, damit wir Beziehung mit dem Vater haben können. ‚’ Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alles die an ihn glauben gerettet werden und ewiges Leben haben!’  Die Liebe Gottes ist erschienen am Kreuz. Das ist oft so schwer zu verstehen. Denn wir denken, Gott, wenn Du mich liebst, dann mach bitte das und das in meinem Leben. Wir drehen das genau um! Liebe ist, wenn Gott meine Wünsche erfüllt, meine Gebete erhört. Gott sagt, Du brauchst zuerst meine Retterliebe, Du brauchst zuerst die Erlösung von Deinen Sünden, und dann erst hast Du Anteil an der Fülle des Lebens.

Ich glaube, dass es ganz wichtig ist sich immer wieder, am besten täglich bewusst zu machen, dass ich erlösungsbedürftig bin Aus mir heraus, durch meine Werke, meine gute Lebensführung, kann ich mich nicht erlösen. Auch wenn ich alle Gebote erfüllen würde, so wie der reiche Jüngling – Gott würde immer noch ein Haar in der Suppe finden und sagen, da schau, da ist noch was. Gott ist so heilig, so makellos, das können wir uns gar nicht vorstellen. Deswegen sandte er Jesus. Auf seine Erlösung stelle ich mich, er ist stellvertretend für mich gestorben. Er hat die Strafe bezahlt, die ich verdient hätte.

Ich glaube, wir nehmen das mit der Sünde manchmal gar nicht ernst.  Aber die Bibel sagt im Neuen Testament- Hebräerbrief 12,1 – legt ab die Sünde, die Euch so leicht umstrickt.

und weiter im Vers 4‚ ’bisher habt ihr der Sünde noch nicht bis auf’s Blut Widerstand geleistet’

Ich glaube, mich eingenommen, wir haben in der Tiefe oft noch gar nicht begriffen, was es Jesus gekostet, hat am Kreuz für uns zu sterben. Ich glaube wir können uns gar nicht vorstellen, wie sehr Gott die Sünde hasst. Deswegen gehen wir wohl oft so leichtfertig über Dinge weg.

Schon alleine deswegen ist es gut (von Zeit zu Zeit) sein Herz zu erforschen, nicht in einer Selbstschau, die eher zur Verdammnis und Selbstanklage führt; sondern sich von Gott zur Umkehr leiten lassen. Es heißt im Römerbrief 2, 4 dass Gottes Güte zur Umkehr leitet! Wenn wir die Bibel lesen – sowie die Israeliten hier – und wir unser Herz weich vor Gott halten - dann wird Gott seinen  Finger schon auf die Stellen legen, wo er uns verändern möchte, wo wir umkehren sollen.

Und dann geht es nicht darum sich mehr zusammen zu reißen und zusagen, okay Gott,

ich versuch’s, ich will nicht mehr schlecht reden über , oder okay, ich will mich hier oder da bessern! ..... Da ist die Initiative wieder auf meiner Seite, um von der Sünde frei zu werden. Wenn ich mich zusammenreiße, mir Vorsätze mache, das ist der Weg der Selbsterlösung. Jesus ist aber für mich gestorben, damit dieser Kreislauf der Sünde gebrochen wird.  ’Gal. 2,20 ’Ich bin mit Christus gekreuzigt, darum lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleische lebe, dass lebe ich im  Glauben an den Sohn Gottes der mich liebt und sich für mich dahingegeben hat.’

Es geht nicht um Selbsterlösung, es geht darum die Erlösungstat Christi für mich persönlich anzunehmen und dass immer wieder neu, täglich! Und den Kampf mit der  Sünde auf zunehmen mit Christus! – Hilfreich ist hierbei das Wort Gottes gut zu kennen, evtl. auch mal einen Vers auswendig zu lernen. Das macht dein Herz fest in Gott.

Nun haben wir ein paar Strukturen durchgesprochen, die hilfreich sind, damit unsere Beziehung mit Gott gelingt.

Gerne hätte ich noch das Laubhüttenfest erwähnt. Hier geht es nämlich um Feste feiern,

darum um jährliche ’Riten’ zu pflegen. Das Laubhüttenfest  galt einmal als Fest der Einsammlung – (Erntedank) und ebenso als Erinnerung an die Zeit des Wüstenzuges und die gnädige Bewahrung des Volkes durch Gott während dieser 40 Jahre. Die Israelis wohnten während des Festes, was 7 Tage dauerte in Laubhütten, die sie aus Palmen und verschiedenen Laubbäumen bauten. Die Hütte ist ein Sinnbild für den Schutz Gottes.

Das Laubhüttenfest war insgesamt ein sehr fröhliches Fest, bei dem getanzt und musiziert, aber auch das Wort Gottes gelesen wurde

Sie hatten über viele Jahre dieses Fest nicht mehr gefeiert. Aber durch die Feier wurden sie in ihrem Herzen gewahr, dass Gott gut ist uns sich über sie freut. Und im Herzen der Israeliten war  große Freude. Lasst mich zum Schluss nur soviel sagen, wir dürfen, können sollen auch feiern mit und vor Gott. Gott ist auch ein Gott der Feste! 7 Tage haben sie gefeiert! Das Feiern erinnert uns daran, dass Gott gut ist, dass er uns Feiertage schenkt, uns damit beschenkt, Es erinnert uns daran, dass Gott uns alles schenken möchte und mit Christus uns auch schon alles geschenkt hat, was wir zum Leben brauchen. 

So, das war’s.

Zusammenfassend hier noch mal die Strukturen (die Lebensmuster), die unsre Beziehung mit Gott fördern:

  • Das Wort Gottes, im  Wort Gottes gegründet sein.

  • Vor Gott zu sein,  Fasten, d. h. mal bewusst auf etwas verzichten,

  • in der Vergebung leben, d. h. wachsam sein für die Sünde, das Erlösungswerk Christi für mich annehmen

  • und Feste feiern – und die Güte Gottes so in meinem Leben wahrnehmen.

Wenn wir jetzt das Abendmahl feiern, dass lasst uns doch heute mal ganz bewusst wahrnehmen, dass Jesus in Brot und Wein zu uns kommt.

Lasst uns ihm ganz besonders danken, dass er uns erlöst hat, wir nichts dazu tun können.

Und lasst uns erwarten, dass Gott uns im Abendmahl ganz nahe kommt.

Der Auferstandene ist mitten unter uns: Er will uns das geben, was wir zum Leben brauchen!

Amen.

 

 

  
 
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